Wie tickt Lukas Huber, der AfD-Direktkandidat im Neckar-Odenwald-Kreis für die Landtagswahl?
Wir haben auf seinen Seiten in den sozialen Medien nachgesehen. Das ausführliche Porträt findet Ihr unter https://mosbach-gegen-rechts.de/afd-direktkandidat-lukas-huber/
Nachdem sich verschiedene Leute aus der reaktionär-rechten Ecke darüber beschwert haben, dass wir von „Mosbach gegen Rechts“ uns für den Erhalt der Neckar-Odenwald-Kliniken einsetzen würden, obwohl dies gar nicht in unseren Zuständigkeitsbereich fallen würde, wollen wir dieses Mal unsere Kritiker besänftigen und uns wieder unserem Kernbereich widmen, nämlich „gegen Rechts“ zu sein. Konkret haben wir uns dazu das Programm des Landtagswahlkandidaten der AfD für den Neckar-Odenwald-Kreis Lukas Huber angesehen, welches sich am authentischsten auf seinen Seiten in den Sozialen Medien findet.

Der noch nicht 30-jährige Mathematiker aus Walldürn ist „stolzer halber oberschlesischer Aussiedlersohn“. In den letzten Jahren seiner Schulzeit hatte er unter „linker Ideologie“ leiden müssen. Der frühere Vorsitzende der rechtsextremen Partei „Die Republikaner“ Franz Schönhuber, der Nazi Björn Höcke sowie der antisemitische Geschichtsrevisionist Martin Hohmann können als wegweisende Vorbilder für Hubers politische Entwicklung angesehen werden. Seinen politischen Einstieg hatte Lukas Huber in der „Jungen Alternative“, für deren Nachfolgeorganisation er „Siegfried, den Drachentöter“ aus der germanischen Nibelungen-Mythologie als Logo vorschlug.
Während seiner Zeit in Heidelberg als Mathematik-Student durfte er im Sommer 2021 für den „Schriesheimer Demokratie- und Kulturverein e.V.“ im örtlichen Mitteilungsblatt gegen die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hetzen: „Was, bitteschön, soll an der deutschen Nationalmannschaft noch deutsch, national oder männlich sein?“
Zwar gibt Lukas Huber an, „mehrere Jahre Berufserfahrung als Finanz- und Versicherungsmathematiker sowie Privatlehrer für Mathematik“ zu haben. Aus nicht ersichtlichem Grund unterschlägt er aber seine Tätigkeit als „Fachmitarbeiter“ für die Entwicklungshilfepolitiker der AfD im Bundestag Johann Martel und Matthias Rentzsch.
Wie sieht sein Leben als Wahlkämpfer aus? „Mit Bürgern sprechen, gemeinsam Schnitzel essen und in Endlosschleife das Badnerlied anstimmen – für mich als hoffentlich baldiger Heimatpolitiker Standardprogramm, aber immer erhebend!“ Mit der Geste des zukünftigen Landesvaters rief Lukas Huber das Jahr 2026 „zum Jahr der Heimat aus!“
Der Heimatpolitiker Lukas Huber ist ein Fan des Molkerei-Besitzers und Multimilliardärs Theo Müller, wobei er übersieht, dass Müllermilch mit der Übernahme und nachfolgenden Schießung der Landliebe-Standorte Heilbronn und Schefflenz bis Sommer 2026 über 400 Arbeitsplätze unter anderem in seiner Heimat vernichten wird. Auch die von Müllers Geschäftspraktiken gegängelten Milchbauern scheinen Lukas Huber nicht näher zu interessieren.
Die AfD-„Mutfrau“ Emely Knorr und Lukas Huber versichern sich gegenseitig, dass es „nur zwei Geschlechter“ gibt. Allerdings sind diese Mutfrauen in der AfD Baden-Württemberg eine Minderheit. Unter den Direkt- und Listenkandidaten der AfD für die Landtagswahl machen sie nur rund ein Zehntel aus. Ihre Interessen müssen dann vorwiegend von AfD-Männern vertreten werden. Mit einem sexistischen Martin-Luther-Zitat posaunte Huber seine sexuellen Fantasien heraus: „Das ist der Frau’n Gebühr / In der Woche zwier / Schadet weder Dir noch ihr / Macht im Jahre hundertvier.“
Auch in der Entwicklungshilfe fehlt den Experten aus der AfD Verständnis und Empathie für die Alltagsnöte von Frauen: Martel will alle „Gender-Projekte“ im Ausland streichen, und Huber macht Stimmung gegen ein Entwicklungshilfe-Projekt der Landesregierung in Burundi zur regional und ökologisch angepassten Produktion von Damenbinden aus Banenenfasern. Sie haben keine Ahnung, welche Bedeutung eine gute Daseinsvorsorge in den Bereichen Gesundheit, Bildung, Zugang zu Ernährung und Wasser usw. für Emanzipation und gesellschaftliche Teilhabe von Frauen hat.
Die menschengemachte Klimaerwärmung und damit die unsichere Zukunft nachfolgender Generationen auf unserem Planeten taugen für Lukas Huber bestenfalls zu einem Witz: Die Grünen hätten mit der Finanzierung des Baus von Radwegen den Klimawandel gestoppt, was in diesem kalten Winter spürbar geworden sei, denn Huber musste schon im November frieren.
Kommentarlos teilt Lukas Huber ein Sharepic, das als gemeinsame Schnittmenge von Union, SPD, Die Grünen und Linke ihre Unterstützung für Migranten bzw. Migration darstellt. Er legt damit eine Verschwörung und „Volksverrat“ nahe. Huber schlägt die Anerkennung von Palästina als Staat vor – nicht als Lösung für das humanitäre Elend in der Region oder aus friedenspolitischen Gründen, sondern um Palästinenser aus Deutschland dorthin abzuschieben.
Zuletzt hat Lukas Huber die Aufmerksamkeit der lokalen Medien gefunden, als er in Hüffenhardt eine Arche und eine Regenbogenfahne fehlinterpretierte: „Flüchtlingsboot und LGBTQ-Flagge“ seien „die Prioritäten der Evangelischen Kirche in Deutschland“. Kirchenvertreter widersprachen jedoch: der Regenbogen stehe für die Verbindung Gottes mit den Menschen, als nach der großen Flut im Alten Testament Noah und die anderen Überlebenden die Arche wieder verließen und an Land gingen.
Unsere ausführliche Version des Lukas-Huber-Porträts findet sich unter https://mosbach-gegen-rechts.de/afd-direktkandidat-lukas-huber/
