Am Mittwoch, 14. Januar 2026 um 20 Uhr im Kino in Mosbach-Neckarelz
„Mosbach gegen Rechts“ präsentiert am Mittwoch, 14. Januar 2026 um 20 Uhr im Kino in Neckarelz (Bahnhofstraße 1, 74821 Mosbach) den Film „Trotz alledem – Die Frauen von Rojava“. Der Dokumentarfilm von Robert Krieg kam 2025 in die Kinos und dauert 90 Minuten.

Gegen Patriarchat und Krieg – Frauen Rojavas bauen ihre eigene Zukunft
Der Verleih W-Film schreibt über „Trotz alledem“:
Im vom Krieg gezeichneten, vorwiegend kurdisch besiedelten Norden Syriens entsteht etwas Unerwartetes: Hoffnung. Inmitten von Ruinen, Bedrohung und Entbehrung behaupten sich Frauen in Rojava mit bemerkenswerter Entschlossenheit. Sie gründen Dörfer, unterrichten Kinder, bauen Werkstätten auf – und verteidigen nicht nur ihr Leben, sondern auch eine Vision von Freiheit und Gleichberechtigung. Der Regisseur Robert Krieg zeigt das alltägliche Überleben und den außergewöhnlichen Mut zur Selbstermächtigung in einer Region, die weltweit kaum Beachtung findet. Ein bewegender Dokumentarfilm über den leisen, aber unaufhaltsamen Aufbruch einer neuen Gesellschaft – getragen von Frauen.
In dem Dokumentarfilm erhalten wir einen eindrucksvollen Einblick in das Leben selbstbestimmter Frauen in Rojava, einer autonom verwalteten Region im Norden und Osten Syriens. Inmitten von Krieg, Zerstörung und politischer Unsicherheit kämpfen sie unbeirrt für ihre Unabhängigkeit und eine basisdemokratische Gesellschaft.
Die Protagonistinnen des Films – darunter die technikaffine Argin, die Kunsthandwerkerin Jehan, die alleinerziehende Delal, die vielseitige Sidan, die Taekwondo-Lehrerin Ghoufran und die gehörlose Seidenstickerin Hiba – stehen stellvertretend für eine neue Generation mutiger Frauen. Jede von ihnen geht ihren eigenen Weg, nutzt ihre Fähigkeiten und überwindet persönliche wie gesellschaftliche Hürden.
Der Film erzählt in ruhigen, aber kraftvollen Bildern von gelebter Solidarität, Widerstandskraft und dem Aufbau einer friedlichen Zukunft – jenseits patriarchaler Strukturen und trotz widrigster Umstände.

Und Silvia Hallensleben schreibt in ihrer Kritik für epd-film:
„Jin, Jiyan, Azadî“ (Frau, Leben, Freiheit) hieß der Slogan der iranischen Frauenproteste 2023 in kurdischer Sprache. Die ermordete Jina Mahsa Amini war Kurdin. „Jin War“ steht in großen grün-gelb-roten Lettern über dem großen Eingangstor zu einem besonderen Ort in dem derzeit faktisch autonomen kurdischen Gebiet Rojava. Das heißt „Land der Frauen“ und sieht – zumindest in diesem Film – auch so aus: eine landwirtschaftliche Gemeinde, wo Frauen nicht nur wie sonst niedere Arbeiten beim Pflücken von Baumwolle, Granatäpfeln oder Tomaten verrichten und vielleicht Brot backen dürfen. Das tun sie in „Jin War“ zwar auch. Doch hier sitzt auch oben auf dem Traktor eine Frau. Und die Planung für Bewässerung, Saatgut und Erntezeitpunkt wird im Kollektiv beraten. In den Untertiteln „Mütter“ genannte Frauen (vermutlich eher die Großmütter) hüten die Kinder, während in Einzelgesprächen untereinander und vor der Kamera einige Bewohnerinnen von den persönlichen Geschichten berichten, die sie in das Dorf brachten und die oft mit dem Ehemann oder seiner Familie zu tun haben. Glücklich, so sagen sie, sind sie nun hier alle.
Das zum Dorf erweiterte Frauenhaus ist eines von mehreren vorgestellten Frauenprojekten dieses durch kurze Intermezzi in Kapitel geteilten Films. Etwa in Marhuq, wo in einer kleinstädtischen Betonöde hinter Mauern mit eisernem Tor eine Frau in prächtig-bunten Gewändern durch einen überquellenden Paradiesgarten zu einem selbst angelegten Museum traditioneller Handwerkskunst führt und berichtet, wie Nichten und Neffen von ihr gestaltete Erzählungen auf TikTok verbreiten. Für einen mit Hilfe einer Spendenaktion errichteten großen Brunnen wurde sie von religiösen Kräften angefeindet. Eine junge Frau versucht über Radiotalks, gut ausgebildete junge Menschen von der Emigration abzuhalten. Und in der Großstadt Qamishli betreibt Jwan mit anderen Frauen ein multiethnisches Liefer-Start-up für die berufstätige Frau mit Fertiggerichten nach traditionellem Rezept, wie sie in einer kurzen Präsentation erläutert.
… Regisseur Robert Krieg ist seit etwa vierzig Jahren als Autor, Lehrer und Dokumentarfilmer in der Welt unterwegs, um politische Entwicklungen und soziale Projekte zu begleiten. Auch in Rojava war er schon mehrmals als Unterstützer der dortigen Kämpfe für Demokratie und größtmögliche Autonomie. Wie aus den Aussagen und Berichten der Protagonistinnen des Films hervorgeht, wurde dieser in der Zeit gedreht, als nach Vertreibung der islamistischen IS-Kräfte befreites Aufatmen und Hoffen einsetzten. Nach den aktuellen Umbrüchen in Syrien und der Weltpolitik ist die Region erneut stark in Bewegung – leider nicht zugunsten der Kurdinnen und Kurden. So dürften die im Film gezeigten Momente des Aufbruchs schon wieder neuen Ängsten gewichen sein. Dennoch bleibt »Trotz alledem« ein positiv gestimmter Blick in eine mögliche Welt – mit vielen offenen Fragen. Doch Neugier zu schüren ist ja nicht das Schlechteste für einen Film.