Aufruf: Kundgebung zum 80. Hiroshima-Jahrestag

Mittwoch, 6. August um 17.30 Uhr auf dem Marktplatz in Mosbach: „Wir wollen ohne Atomwaffen leben!“ 

Die Initiative AtomErbe Obrigheim ruft anlässlich des 80. Jahrestags der beiden Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki zu einer Kundgebung am Mittwoch, den 6. August 2025 um 17.30 Uhr auf dem Marktplatz in 74821 Mosbach auf:

Wir erinnern damit an die rund 150.000 unmittelbaren Todesopfer – so viele Menschen wie heute im Neckar-Odenwald-Kreis leben. Zehntausende weitere Menschen starben in den Wochen, Monaten und Jahren danach an den Folgen. Zudem wurden seit 1945 über 2.000 Atomwaffentests durchgeführt mit weiteren ungezählten Toten. Auch der Uranbergbau und seine Hinterlassenschaften fordern zahlreiche Todesopfer und Erkrankungen.

Wir wollen ohne Atomwaffen leben und fordern zu weltweiten Anstrengungen auf, alle Atomwaffen abzuschaffen. Wir sind entsetzt über Diskussionen und Forderungen von Politikern und Politikerinnen aus Union, SPD, Grüne und AfD nach Atomwaffen für Deutschland oder einem europäischen oder französischen atomaren „Schutzschirm“. Auch Deutschland muss die nukleare Teilhabe aufkündigen und dem Atomwaffenverbotsvertrag beitreten! Atomwaffen sind verboten!

Wir sind besorgt angesichts der Kriege und Konflikte, in denen Atomwaffen eine Rolle spielen, auch ohne dass sie direkt zum Einsatz kommen. Wir fordern, dass alles getan wird, diese Bedrohungen durch Verhandlungen und diplomatische Anstrengungen einzudämmen und zu entschärfen. Wir brauchen eine neue Weltfriedenspolitik auf allen Ebenen und vor allem von unten! Wir fordern Euch in Mosbach und die globale Zivilgesellschaft auf, engagiert und vernetzt Euch und nehmt den Frieden in die eigene Hand!

Der Wahnsinn der weltweiten Rüstungsspirale muss durchbrochen werden. Letztes Jahr wurden 2.718 Milliarden weltweit für Rüstung ausgegeben, was einem Anstieg von rund 9 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Angekündigt werden weitere massive Erhöhungen der Rüstungshaushalte in den nächsten Jahren. Die NATO und Deutschland wollen in Zukunft 5 % ihres Bruttoinlandsproduktes für Militär und militärische Infrastruktur ausgeben. Wir sagen nein!

Wir wenden uns gegen die Reaktivierung der Wehrpflicht und die Militarisierung der Gesellschaft! Bildung, Erziehung, die öffentliche Meinung, die Gesundheitsversorgung, Verkehr und Energieversorgung dürfen nicht nach Erfordernissen von Militär und Kriegsplanungen ausgerichtet werden! Statt Kriegstüchtigkeit fordern wir Friedensfähigkeit! Soziale Verteidigung heißt, schon jetzt in Friedenszeiten eine starke global-vernetzte demokratische, resiliente, soziale und kooperative Gesellschaft aufzubauen.

Wir brauchen massive Investitionen und Anstrengungen, um die großen Menschheits- und Zukunftsausgaben anzupacken: Das geht nicht mit nationaler Borniertheit. „Das größte lösbare Problem“ ist der Welthunger. Mit einem niedrigen einstelligen Prozentsatz von den weltweiten Rüstungsausgaben könnte er beseitigt werden. Und wir müssen die Klimazerstörung, die Vermüllung und Vergiftung unserer Welt sowie die Verluste unserer fruchtbaren Böden und der Biodiversität stoppen, um die Lebens- und Ernährungsgrundlagen auf unserem Planeten zu erhalten. Auch dürfen wir nicht zulassen, dass Privatisierung, Bereicherung, Bürokratisierung und Überwachungstechnologien ein demokratisches, selbstbestimmtes und solidarisches Leben unmöglich machen. Lenken wir die Billionen für Militär und Zerstörung um in eine Welt für alle Menschen!

Wir wollen ohne Atomwaffen leben!