Emanzipation und Demokratie in Rojava
Die Initiative „Mosbach gegen Rechts“ lädt für Freitag, den 4. Juli 2025 um 19 Uhr zu einem Vortrag mit Dr. Michael Wilk über „Emanzipation und Demokratie in Rojava“ (Nord- und Ostsyrien) ins ver.di-Bildungszentrum Mosbach (74821 Mosbach, Am Wasserturm 1-3) ein. Im Anschluss an den Vortrag besteht die Möglichkeit zu Fragen und zur Diskussion.

Der Arzt Michael Wilk aus Wiesbaden ist in sozialen Bewegungen und in der Solidaritätsarbeit für Nord- und Ostsyrien aktiv. Er hat auch dieses Frühjahr wieder die Demokratische Selbstverwaltung im Norden und Osten Syriens DAANES besucht. Ein ARD-Kamerateam begleitete ihn dabei. Der Beitrag „Erdogans Kampf gegen die Kurden – Unterwegs mit deutschen Helfern in Nordsyrien“ wurde am 4. Juni ausgestrahlt und kann noch in der ARD Mediathek nachgesehen werden. Zu dem Vortrag wird Michael Wilk aktuelle Bilder von seiner Reise mitbringen, vom Alltag der Menschen in Rojava berichten und von seinen Eindrücken und Einschätzungen über die dynamische, aber fragile Entwicklung in der Region erzählen.
In der Folge des in Syrien gescheiterten Arabischen Frühlings und des Kampfes gegen den Islamischen Staat hat es die kurdische Befreiungsbewegung geschafft, in Nord- und Ostsyrien eine Demokratische Selbstverwaltung aufzubauen. Die Menschen in der DAANES orientieren sich an der politischen Philosophie ihres in der Türkei gefangenen Vordenkers Abdullah Öcalan und setzen sich ein für Frieden, demokratischen Konföderalismus, Gleichberechtigung der Geschlechter und Ökologie. Sie versuchen, alle ethnischen, religiösen und gesellschaftlichen Gruppen zu beteiligen. Statt auf nationalstaatlicher Unabhängigkeit setzen sie auf soziale Emanzipation und eine demokratische Selbstverwaltung. Mit dem Sturz des Diktators Assad durch eine islamistisch geprägte Regierung um den Jahreswechsel gegen Ende letzten Jahres ist wieder Bewegung in die politische und gesellschaftliche Entwicklung Syriens gekommen. Trotz der politischen Gemengelage hoffen die Menschen in Kurdistan, sich zu behaupten und ihr Modell auf ganz Syrien und darüber hinaus ausstrahlen zu lassen.
Auch in der Türkei haben die kurdische Befreiungsbewegung PKK und ihr inhaftierter Vordenker Abdullah Öcalan einen Prozess um Frieden und Demokratie ausgerufen. Die türkische Regierung scheint aber pokern zu wollen, um sich verschiedene Optionen offenzuhalten. Im Iran kämpfen die Befreiungsbewegungen unter der kurdischen Parole „Jin, Jiyan, Azadi“ bzw. „Frau, Leben, Freiheit“.
Der Eintritt zu dem Vortrag ist frei. Spenden für die humanitäre Unterstützung der Menschen in der DAANES nimmt Michael Wilk gerne entgegen und wird diese unbürokratisch weiterleiten.